Während der BCC zeigen Vanessa Joan Müller und Agata Jastrzabek in einer Sonderschau in den Carlswerken Köln Arbeiten von Irena Eden/Stijn Lernout.

 

 

Three Dimensional?" zeigt neue Arbeiten der Galeriekünstler als eine Schnittmenge der Disziplinen Plastik und Zeichnung. Wir skizzieren subjektiv wahrgenommene Tendenzen und dokumentieren visuelle Synergien zwischen beiden Disziplinen.

Seit der Galerieeröffnung 2008 beschäftigen uns vorwiegend gesellschaftlich engagierte und geometrisch-konkret inspirierte Positionen, die sich innerhalb eines Rahmens von Skulptur, Installation und zeichnerischer Darstellung bewegen. Der Spannungsbogen der für "Three Dimensional?" ausgewählten Arbeiten erstreckt sich von der
tatsächlichen Figur im Raum hin zur Simulation von Dreidimensionalität.

 

Trompe l'oeil Effekte in den geometrisch inspirierten Holztafelcollagen, der u.a. an der Düsseldorfer Kunstakademie ausgebildeten Argentinierin Claudia Marcela Robles, erinnern in Ihrer Präzision und unaufgeregten Ausführung in Papierschnitt an eine Synthese aus den konkreten Formalismen der 60er und 70er Jahre und ein spielerisches Andeuten der daraus resultierenden Möglichkeiten für die aktuelle Abstraktion.

 

Robles Arbeiten korrespondieren formal mit den minimalistisch rohen Objekten und Lack-Zeichnungen des deutsch-belgischen Künstlerpaares Irena Eden/Stijn Lernout. Sie nutzen trickreiche und den Sehgewohnheiten fremde Abwandlungen räumlicher Muster zur Neudefinition scheinbar festgelegter Wahrnehmungsprozesse im
fomalen als auch politischen Umfeld.

Einen äußerst physischen Aspekt bedienen die in Aluminium geschlagenen Fäuste Robert Kunecs. Seine Pfeilmarkierungen an den Einschlagspunkten wirken wie Landmarken einer sich schroff auftürmenden, verletzten Landschaft, die vom Künstler detailliert und sensibel neu vermessen wurde.

 

Baptiste Debombourgs außergewöhnliche ‚Aggravures‘ bedürfen ebenfalls körperlicher Kraft in ihrer Umsetzung. Tausende Tackerklammern/ Staples verdichten sich mit zunehmender räumlicher Distanz zu lesbaren Bildern. Jedoch erst in der seitlichen Ansicht entsteht der ungewöhnliche Effekt, der den Anordnungsmustern der Nadeln Ihre reliefartig-dreidimensionale Wirkung verleiht.

 

Damir Radovics elegante Segelbootsilhouetten bezeugen sowohl plastisch als auch in Collageform die Auseinandersetzung mit räumlicher Tiefe. Seine Boote tragen an Stelle von Segeln Architekturen, die Erinnerungen an vorbeiziehende Orte und damit verbundene Erlebnisse wachrufen.

 


Kristina Lekos Arbeit ist durch Ihre kompromisslose Anwendung eines partizipatorischen Kunstverständnisses gekennzeichnet. In der für die Schau ausgewählten Zeichnung und Objekt „Geschichte/Welt“ handelt es sich um eine 2011 im Rahmen der Lehrveranstaltung "Keine Geschichte. Keine Denkmäler" an der Uni Graz hergestellte Zeichnungsserie, welche Ihren Studierenden eine thematische Einführung in die Arbeitergeschichte gibt.

 

Mit seinem in Arabisch anmutender Schrift gefertigten programmatischen Leitspruch „Capitalism wihout Borders“ beflügelt Jon Shelton, unter dem Deckmantel seiner „Firma“ Oscitant Enterprises, ironisch die Urängste des postsozialistischen Zeitalters und der wachsenden Islamophobie. Sein dreidimensionaler Logo-Entwurf für
Oscitant Enterprises ist jedoch im doppelten Sinn ein Fake und belässt damit alle Fragen beim Betrachter.

 

Kontroverse Gebrauchsgegenstände transformiert Tobias Sternberg schließlich in surreal anmutende Objekte. Seine spielzeugähnlichen Pistolen (‚Papis Pistole‘), gerahmt wie Tafelbilder, führen deren Bestimmung als Schusswaffe mit kindlichem Charme ad absurdum. In comichafter Manier werden Lauf und Gesamtausarbeitung in Zinn und Holz zu einer Persiflage auf die ursprüngliche Funktionalität.

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